24. Dezember 2011

Spitalaufenthalt

 Die wichtigsten News mal zuerst. Ich war 2 Tage im Spital :(
Aber keine Sorge... Klingt im Endeffekt schlimmer als es wirklich war.
Aber mal von Anfang an:
Ich war also gerade daran, Bangkok Richtung Nordost zu verlassen, als sich bei mir eine kleinere Übelkeit kombiniert mit Kopfschmerzen und ersten Fieberanzeichen bemerkbar machten.
„Geht schon wieder vorbei“ dachte ich mir und schluckte ein Aspirin. Nach einer schlaflosen Nacht im Bus war es nun aber auf einmal meine Kehle, die mir Schmerzen bereitete. Ich hatte ja schon ein paarmal eine Angina, aber solche Schmerzen hab ich dann also doch noch nie erlebt. Vor allem die Tatsache, dass selbst 2 weitere Aspirin diesen Schmerz überhaupt nicht linderten und das Fieber immer mehr anstieg, machte mir dann aber doch etwas zu denken.
Es war also tatsächlich das erste Mal an der Zeit, in Thailand einen Doktor aufzusuchen. Nun gut, in Bangkok ja nicht das Geringste Problem, dummerweise war ich ja aber auf dem Weg zu meiner Gastfamilie im Issan, sprich... richtig, und damit mein ich richtig im Nirgendwo! Was tun also?
Nun ein netter Engel packte mich dann kurzentschlossen auf das Motorrad und fuhr mit mir ins ca. 20 Kilometer entfernte Spital von PlaPak.
Wer glaubt es gäbe in einem solchen Spital gäbe es eine Sonderbehandlung für Ausländer.... haha, denkste! Ich mein, nicht dass ich irgendwie sowas erwartet hätte. Ich mein ja nur.

Das hiess es also als erstes Mal warten und warten. Und dann gings los mit dem Check. Gewicht nehmen, Blut nehmen, Speichelprobe, Fieber messen (39 Grad!), Blutdruck messen etc... ich musste das Ganze Prozedere durchlaufen. Aber was solls: Ich liess das ganze einfach mit einem geqälten Lächeln über mich ergehen.
Selbstverständlich sprach bis zu diesem Augenblick niemand auch nur ein Wort English. Daher rührt es wohl auch, dass ich bis heute nicht genau weiss, was mich genau da geplagt hat oder wie die Erkrankung hiess. Aber Egal!
Nach ca. 2 Stunden wurde ich dann endlich einer Ärztin vorgeführt. (haha... kleines Detail, auf ihrem Bildschirm lief Facebook mit Farmville).
Die zündete mir mit einer Taschenlampe etwas in den Rachen, hörte auf mein Herzklopfen und schrieb was in den Computer. Dann endlich rief sie jemanden, der Englisch konnte und sie übersetzen sollte. Der nette junge Herr erklärte mir etwas von einer Bakterienerkrankung und dass ich die Nacht zur Beobachtung im Spital verbringen müsste. Ich versuchte ihm nochmal zu erklären, dass ich schon ziemlich extreme Schmerzen hätte, worauf er sich nochmals mit der Ärztin absprach. Diese brachte mir dann einen Becherchen voll Tabletten (kein Scherz!) und eine halbe Stunde später fühlte ich mich besser als je zuvor.
Aber müde machten mich die Drogen. Ich wurde also auf ein Zimmer mit einem alten thailändischen Herr, dem der Speichel wie so ein Heimspringbrunnen aus dem Mund schoss und einer älteren Dame, die mich die ganze Zeit nur anlächelte, gebracht, wo ich wohl innert Minuten eingeschlafen bin. Am nächsten Morgen schaute dann die Ärztin noch einmal vorbei zusammen mit ihrem Übersetzer und brachte mir noch mehr Medizin. Etwas gegen die Schmerzen, etwas für die Kehle, irgend ein Antibiotikum und 2 Säfte oder Konzentrate, bei denen ich bis heute nicht weiss, wozu sie gut sind. 

Ich wurde nun also unterrichtet, welche Tabletten ich wann und und in welcher Menge zu mir nehmen muss. Ich war mir nicht sicher obs an der Medizin oder ob ich mich wirklich schon wieder auf dem Weg der Besserung befand, aber die Schmerzen vom Vortag tauchten nicht wieder auf, das Fieber und die Kopfschmerzen ebenso. Sie liessen mich also gehen...
Aber Achtung: Noch hatte ich ja nichts bezahlt, lediglich meinen Pass am Eingang abgegeben. Die Zahlstelle hatte ich noch vor mir. Und siehe da: Die Behandlung an und für sich war gratis, ich musste bloss die Medis selbst bezahlen. Das diese alles in Allem 250 Baht kosteten (ca 8 CHF) grenzt ja schon fast an eine Frechheit. Grüsse an die Pharmalobby an dieser Stelle. Irgendwie verblüfft wollte ich meinem Übersetzer 100 Baht Trinkgeld in die Hand drücken, doch dieser winkte ab. Relativ gutgelaunt konnte ich das Spital wieder verlassen.
Seither sind 4 Tage vergangen, seit vorgestern nehme ich keine Schmerzmedis mehr und fühle mich wunderbar :) ging also alles noch mal gut ;)

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