Wer in Thailand
einen Tempel zu einer Messe besuchen will, muss sich vor allem auf
Eines einstellen, und das heisst früh aufstehen.
Pünktlich um 5
Uhr morgens holte mich Yoo aus dem Bett um ihr beim Zubereiten der
Speisen für die Mönche zu helfen. Im Grunde genommen gibt es für
einen gläubigen Thai-Buddhisten 2 Möglichkeiten... entweder man
kocht zuhause, und wartet bis noch vor dem Sonnenaufgang die Mönche
zuhause vorbei kommen, um die Speisen abzuholen oder man bringt die
Speisen halt eben direkt in den Tempel und wohnt der Messe bei.
Wir hatten
Zweiteres vor und nahmen dazu auch gleich noch die Grossmutter von
Yoo mit, die eine Riesenfreude hatte, dass Sie endlich mal wieder
jemand auf ihrem täglichen Gang begleitet.
Wir kochten also
am Morgen früh für die Mönche und kurz vor 6 Uhr ging es dann in
den etwas ausserhalb von Khok Klang gelegenen Tempel.
Dort werden dann
verschiedene Rituale abgehalten bevor man, nachdem zuerst die Mönche
gespiesen haben, zusammen das Morgenessen nimmt.
Wer sich jetzt
hier aber eine besinnliche und stille Messe vorstellt, bei dem jeder
in sich gekehrt ist, vorstellt, liegt zumindest in unserem Fall
falsch. Da wird getratscht, gelacht und die neusten Stories des Tages
ausgetauscht. Der Besuch des Tempels ist, nach meinem Eindruck, viel
mehr ein wichtiges tägliches Gesellschaftsritual als eine
besinnliche Messe wie man es von unserer Kirche her kennt.
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