30. Oktober 2010

Transibirische Eisenbahn

Ulan Batoor - Mittag

voellig uebermuedet sind wir heute morgen in der mongolesischen haupstadt angekommen. und diesmal hat der transfer geklappt: wir wurden abgehohlt und zu unserem hostel gebracht, wo wir endlich nach 5 tagen duschen konnten..... :-) aber besser gleich von anfang an...

am mittwoch sollten wir um 11uhr unsere zugtickets bekommen. mit ein bisschen verspaetung bekamen wir sie dann doch um 16uhr, so dass wir vom hostel richtung metro zogen. da wir am abend vorher reichlich verfahren geuebt hatten, ging es diesmal super mit der u-bahn und wir fanden den bahnhof ohne umschweife. im gerangel beim einsteigen in unseren zug kam unseren kabinen kollegen (ein aelteres franzoesisches ehepaar) ein rucksack abhanden. wir hatten da wesentlich mehr glueck, es wurde nur daniels kamera gestohlen. direkt aus dem hosentasche heraus....

und was soll ich ueber diese zeit im zug schreiben?
wie soll ich riesige weiten von sued-sibirien, durchzogen von birkenwaeldern (spaeter noch foehren), verarmte siedlungen und riesige verfahlene Industrieanlagen aus der sowjet-zeit oder den imensen baikalsee in worte fassen??? oder den uebergang von fichtenwald in steppe nach dem see je weiter suedlich wir fuhren???

stattdessen erzaehle ich etwas ueber das leben im zug...
er war voll von mongolen, die kleidung und sonstiges in moskau gekauft hatten und auf dem weg an jedem halt wieder weiterverkauften. abfall wurde ohne grosses tamtam einfach zum fenster raus geworfen und das nicht wenig. es hatte auch viel kinder dabei die den zug richtig lebendig machten. 2 toiletten fuer 40 leute je waggon und keine dusche machte die gewohnten hygienepraktiken zur herausvorderung. in jedem waggon hatte es einen wasserkocher (den man zuerst anfeuern musste), nach zwei tagen konnten wir nudelsuppen schon kaum noch ansehen. wir assen 1mal pro tag im speisewagen, um wenigstens etwas von den fertiggerichten wegzukommen.

durch unsere stetige fahrt richtung osten verschob sich die zeit natuerlich auch und wir hatten unsere liebe muehe damit. wir konnten oft nur am tag schlafen und des nachts verbrachten wir die zeit mit lesen und kartenspielen.

am ausreisezoll von russland zur mongolei kann man ohne weiteres mal 4 stunden warten bis die herren und frauen alles kontrolliert haben.da verwundertes auch nicht wenn mal eine streunende kuh daherkommt und uns touristen terrorisiert oder den abfalleimer ausraeumt.eine stunde spaeter am mongolischen zoll das ganze noch mal von vorn :)