2. Dezember 2013

Krawalle in Bangkok - letzte Vorbereitungen


Das Schicksal meint es nicht gut mit uns.
Es reicht nicht, dass praktisch alle näheren Verwandten im Bett mit Magenverstimmungen liegen, nein, auch in Bangkok müssen die Proteste genau in der Woche, in der wir hinfliegen wollen ihren vorläufigen Höhepunkt haben. Geplant ist unser Flug am Donnerstag Abend, Ankunft Bangkok lokal am Freitag um 18 Uhr. 
Bildquelle: flickr: K.rol2007
Ich werd es jetzt hier an der Stelle sein lassen, mich detailliert zu den Ausschreitungen in Bangkok zu äussern. Auch die Bewertung der verschiedenen Lager, so nach dem Motto das sind die Guten und das sind die Schlechten lasse ich jetzt mal sein. Wenn es eines gibt, was ich über die politische Situation in Thailand lernen musste, dann ist es die Tatsache, dass sich die Lager nicht nach unserem Links-Rechts-Schema einordnen lassen und dass es genauere Kenntnisse, historische sowie gesellschaftliche, braucht um die politische Lage wirklich beurteilen zu können . Viele Vorgänge mögen gerade auf Westliche mit einem anderen Demokratieverständnis eher befremdlich wirken. Was aber recht offensichtlich ist, ist die Tatsache, dass es bei diesen Protesten um weit mehr als um das ursprüngliche Amnestiegesetz oder die Absetzung der Präsidentin geht. Es geht nicht zuletzt auch um Macht, Geld und Einfluss der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Zusätzlich hat der Konflikt auch eine gewisse regionale Komponente.

Und wo stehen wir:
Meine Frau kommt bekanntlich aus dem Nordosten. Auf der politischen Karte gilt dieses Gebiet als von Rothemden dominiert. Dementsprechend ruhig ist es in diesen Regionen im Moment. Die Elite und der Mittelstand aus der Umgebung von Bangkok und dem Süden hingegen gehört politisch zu den Gelbhemden. Auch unter Expats, sprich Thais die im Ausland leben, finden sich sehr viele Anhänger der Gelbhemden.
Meine Frau, als politisch nicht sehr engagierter Mensch steht da irgendwo dazwischen. Auf ihrer Facebook-Timeline wechseln sich also Pro-Rothemden mit Pro-Gelbhemden Posts ab.

Ich finde es ist nicht angebracht, mit meiner nur oberflächlichen Kenntnis der politischen Landschaft Thailands hier ein Urteil zu fällen oder die Vorgänge nach westlichen Kriterien zu beurteilen.
Ich befürchte einfach, dass mit der aktuellen Situation am Schluss beide als Verlierer dastehen, weil der Tourismus und dadurch einer der wichtigsten Wirtschaftszweige mit Rückgängen zu kämpfen haben wird. Und daran sollte ja niemand ein Interesse haben.

Wie es weitergeht steht im Moment noch in den Sternen. Von früheren Jahren weiss ich, dass die Medien die Situation vor Ort oftmals schlimmer darstellen, als sie wirklich sind.
Durch Freunde, die sich im Moment in Bangkok aufhalten, sowie durch verschiedene Verwandte meiner Frau wissen wir, dass die Situation im Moment, solange man sich an ein paar Grundregeln hält und die entsprechenden „Hot Spots“ meidet, nicht gross in Gefahr begibt. Das der Stand heute Montag, 4 Tage vor Abflug. Selbstverständlich haben wir, da wir m it unserem Kleinen reisen, bereits gewisse „Notfallszenarien“ erarbeitet, falls vor allem der Transport in die Stadt nicht möglich sein sollte. Sicher ist aber, dass wir sicher kein Risiko eingehen werden und im Notfall einfach direkt zu den Eltern meiner Frau reisen und unseren Aufenthalt in Bangkok streichen. Aber im Moment bleibt uns einfach nicht viel anderes übrig als mit einem etwas mulmigen Gefühl abzuwarten und zu schauen, wie sich die Situation in den paar nächsten Tagen entwickelt.

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